Der Vereinsvorstand und Steuern – Verdrängen bis der Arzt kommt

Alle drei Jahre will das Finanzamt von gemeinnützigen Vereinen die Erklärung zum Nachweis der Gemeinnützigkeit haben. Vereine, die umsatzsteuerpflichtig sind, müssen jährlich ihre Umsatzsteuererklärung einreichen.

Meine wiederholte Beobachtung ist, dass sich Vereinsvorstände oft nicht im Klaren darüber sind, welche finanziellen Risiken sie eingehen, wenn sie ihre steuerlichen Verpflichtungen schleifen lassen: sie haften persönlich für falsch oder zu spät erklärte Steuern und falsch erteilte Zuwendungsbestätigungen.

Ein aktiver Verein ist eben aktiv, er bewegt sich, er verändert sich. Damit ergeben sich auch veränderte steuerliche Rahmenbedingungen. Vereinsvorstände tun gut daran, in regelmäßigen Abständen die Aktivitäten des Vereins und seine Satzung auf steuerrelevante Veränderungen zu untersuchen.

Veränderungen, die nicht durch die Satzung gedeckt sind, können schlimmstenfalls wegen Verstoßes gegen satzungsgemäße Regeln zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Sie werden fragen: Warum denn das?

Die Satzung ist Grundlage für die Bescheinigung der Gemeinnützigkeit. Wenn die Tätigkeiten des Vereins sich ändern und die Änderungen durch diese Grundlage nicht mehr gedeckt sind, hat der Freistellungsbescheid – streng genommen – gem. § 60 (1) AO seine Gültigkeit verloren. Also sind die Zuwendungsbestätigungen unzulässigerweise ausgestellt worden und der Verein haftet mit 30 % der bestätigten Zuwendungssumme. Folglich könnte er zeitgleich mit den Zuwendungsbestätigungen einen Scheck über diese 30 % an das Finanzamt schicken. Bei Vermögenslosigkeit des Vereins haftet darüber hinaus derjenige, der die Zuwendungsbestätigung unterzeichnet hat.

Das ist völlig unnötig. Die Tätigkeiten des Vereins können durch geschickte Formulierung der Satzung so weit gefasst werden, dass alle zu erwartenden Veränderungen damit erfasst sind. Sollte der Vorstand mit der gemeinnützigkeitskonformen Formulierung der Satzung Schwierigkeiten haben, ist das Finanzamt in der Regel hilfsbereit. Ich habe bisher noch kein Finanzamt erlebt, das hier nicht geholfen hätte. Handelt der Verein jedoch, ohne sich vorab über die Folgen Gedanken zu machen, muss er mit Überraschungen rechnen.

Am Samstag den 7. März 2009 hat der Hessische Landesverband Motorbootsport e.V. HELM anlässlich seiner diesjährigen Mitgliederversammlung ein Kurzreferat initiiert, mit dem der Autor dieses Beitrags die Teilnehmer für steuerliche Problemstellungen im Vereinsleben sensibilisiert hat. Im Herbst ist ein Tagesseminar für Vereinspraktiker geplant.

Für weitere Veranstaltungen dieser Art sind wir offen. Wir unterstützen gerne diejenigen, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit einsetzen.

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